BEDEUTENDER;CHARMANTER BECHER/RÖMER; SILBER; VERGOLDET

Objektnummer : 248

Nürnberg, 1670-1673

Meister:  HIERONYMUS PELLER

Meisterzeichen 0634b in GNM Nürnberger Goldschmiedekunst Band 1

25⁄8 Zoll (6,5 cm.) hoch

2 Unzen. 6 dwt. (72 gr.) Gewicht

Prov: SAMMLUNG ROBERT G. VATER

Detaillierte Informationen

Auf gespreiztem Sockel, zylindrischer Schaft mit Muscheln verziert, die achteckige Schale mit gestielten Blüten graviert, Unterseite graviert mit Datierung 1683 und Inschrift:

Die Inschriften lauten „CHRISTOPH DOMEŸER. V. MARIA MAGDALENA DESEN EHLIBSTE (seine Geliebte) / V Braunschweig 1683′.

Die Geschichte des Römers

Die Form des Römers ist von einer mittelalterlichen Glasform abgeleitet. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts werden diese in der Literatur genannt. Im 17. Jahrhundert erhielt der Römer die für ihn typische Form: gesponnener konischer Fuß, zylindrisches nuppenbesetztes Mittelteil (Schaft) sowie eine große gerundete Kuppa. Benutzt wurde das Trinkgefäß vorwiegend in Mittel- und Nordeuropa. In holländischen Stillleben aus dem 17. Jahrhundert sind häufig Römer aus Glas zu sehen. Es ist zudem bekannt, dass im 17. Jahrhundert sehr viele Römer aus Glas in dieser Zeit, vor allem in Holland, Böhmen und England, hergestellt wurden. Aus Metall wurden sie erst Ende des 17. bzw. im 18. Jahrhundert angefertigt.

Der Helga Matzke Kunsthandel präsentiert aktuell 6 weitere Römer aus Augsburg und Nürnberg.

Nürnberg

Die Stadt Nürnberg gilt neben Augsburg als eine der wichtigsten Städte in Deutschland für Goldschmiedekunst aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Spezialität der Nürnberger Silber- und Goldschmiede waren die sogenannten Buckelpokale. Jeder musste zur Meisterprüfung einen Akeleipokal herstellen, dies erforderte viel technisches Geschick vor allem beim Treiben.

Der vorliegende Römer ist ein wunderbar getriebenes Trinkgefäß, dass ebenfalls das Können des Silberschmiedes präsentiert.

Meister

Hieronymus Peller, geboren um 1633, Lehre bei Michael Müllner, Meisterprüfung: 20.10.1662, gestorben 1686