Augsburger Trinkschale, Silber vergoldet

Objektnummer: #368

Augsburg, 1637-39

Adam Forster

Beschauzeichen: Pyr für Augsburg 1637-1639 (Seling 2007, S. 42, Nr. 480)

Meisterzeichen: „AF“ ligiert für Adam Forster (Seling 2007, S. 264, Nr. 1465)

Länge: 17 cm (6,69 in.); Gewicht: 62 g.

Detaillierte Informationen

Die Trinkschale ist sechspassig und länglich oval in der Grundform. An den beiden langen Seiten sind mittig ohrenförmige Henkel senkrecht zwischen zwei Buckeln angebracht. Im Inneren sind die Zwickel zwischen den Buckeln durch eine Ziselierung hervorgehoben. Der ovale Boden ist zudem mittels einer Punktgravur mit einem stehenden, stilisierten Vogel und Pflanzen dekoriert. Es handelt sich um einen Storch, der als Symbol für die Geburt eines Kindes gilt.

Die Trinkschale

Die Trinkschale ist wohl die älteste Form des Trinkgefäßes, die sich in Analogie zur hohlen Hand sowie vorgefundenen natürlichen Gefäßformen entwickelt hat. Mit einem niedrigen Rand und einer großen Öffnung, sowie ein bis zwei Griffen, rund oder oval, mit oder ohne Standring kann sie in verschiedenster Art ausgeführt sein. Im Inneren ist sie meist ornamental graviert bzw. ziseliert oder mit einer elaborierten Treibarbeit versehen.

Bereits für die römische Kaiserzeit können Trinkschalen aus Silber nachgewiesen werden. Sie waren vor allem in Norden und Osten Europas verbreitet. Die Trinkschale wurde für verschiedenste Zwecke verwendet, die Hauptfunktion der Trinkschale war jedoch der Genuss von Wein oder Branntwein. Heute sind Trinkschalen beliebte Sammlerobjekte.

Meister: Adam Forster war Protestant und wurde um 1633 Meister. Im selben Jahr heiratete er zum ersten Mal. 1647 ehelichte er zum zweiten Mal. Adam Forster starb 1668.

Literatur

Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.

Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München und 2007.