Sehr schöner Becher mit Diamantdekor auf Kugelfüßen

Objektnummer #

Meister: Melchior Burtenbach

Beschauzeichen: Pyr für Augsburg, (Seling 2007, Nr. 0710)
Augsburg 1670,
Meister: Legiertes “MP“ im Oval für Melchior Burtenbach (Purtenbach) (Seling 2007, Nr. 1479)

Höhe 9 cm, Gewicht: 147 gr.

Detaillierte Informationen

Sehr schöner Becher mit Diamantdekor auf Kugelfüßen
Der erstklassige, teilweise vergoldete Becher ist mit einer hervorragenden Ausarbeitung des sogenannten Diamantdekores versehen. Der leicht konisch verlaufende Korpus mit breitem profiliertem Lippenrand steht auf drei schlichten Kugelfüßen.

Trinkgefäße mit Diamantdekor
Der Becher in seiner Grundform ist ein sehr schönes Objekt der Tischkultur Süddeutschlands in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert. Die fein facettierte Wandung stellt zudem einen besonderen Typus der barocken Ornamentik dar.
Das Diamantdekor (auch Diamantbuckeldekor genannt) der Goldschmiedekunst fand seine Inspiration in der Renaissance Architektur. In Italien wurden Diamantquader beispielsweise bei der Rustizierung (besondere Art von Fassadenschmuck) verwendet. Die Form bzw. die Oberfläche wird bei einer quadratischen Ansichtsfläche wie ein halbiertes Oktaeder gebildet. Bei einer rechteckigen Form entsteht dadurch mittig eine deutliche Kante. Der Name dieses Dekores entstammt der Ähnlichkeit eines geschliffenen vier-facettigen Diamanten.

Provenienz
Sammlung Rudolf Neumeister

Meister
Melchior Burtenbach (Purtenbach), erwarb um 1637 das Meisterrecht, 1693 starb er. Im Württembergischen Landesmuseum ist ein vergleichbarer Becher (Inv. Nr. 4997) des Meisters zu finden.
Literatur

Jürgen Christern, ‘Diamantquader’, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. III (1954), S. 1424-1429.
Hernmarck, C., Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München: Beck Verlag, 1978.
Seling, Helmut, Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529-1868, Bd. I-III, München: Beck Verlag, 1980-2007.