Sehr Feine Deckelterrine, Silber aus dem Besitz von Friedrich Franz, Großherzog von Mecklenburg-Schwerin

Objektnummer: #611

Augsburg 1737-39

Johann Jakob II Bruglocher
Lit. Dr. Seling No. 2027, 211

Höhe : 31 cm, Breite : 37 cm, Gewicht ca.: 2.820 g

Detaillierte Informationen

Das oval-bauchige Gefäß, hat einen gewölbten, profilierten Wulstfuß. Die glatte Wandung ist durch senkrechte Züge gegliedert, die sich bis in den Deckel fortsetzen. Über der abschließenden Kehlung sitzt der hohe Deckel, über einem Podest der Knauf in Form einer Knospe. Aus einer Muschel seitlich angebrachte Volutenhandhaben.
Am Deckelrand eingravierte Inventar Nr. und Gewichtsangaben: No 4 . 16=4=3.

Auf dem Deckel und der Wandung gravierte Initialen “FF” für Friedrich Franz I , Grossherzog von Mecklenburg – Schwerin ( 1756-1837).

PROVENIENZ ZUR DECKELTERRINE:

Augsburg 1737/9,
Johann Jakob II Bruglocher mit den Initialen “FF” für Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg – Schwerin (1756 – 1837).

Die Terrine wurde vermutlich bereits von dem Großvater Friedrich Franz I., Prinz Christian Ludwig II von Mecklenburg-Schwerin (1683–1756)  in Zusammenhang mit der Einrichtung des Jagdschlosses – Klenow – bestellt. Das Jagdschloss war 1724 in Auftrag gegeben und 1735 fertiggestellt worden, wofür der Herzog sicherlich repräsentative Ausstattungsgegenstände benötigte (zu Ehren des Herzogs wurde – Klenow – 1754 in “Ludwigs–Lust” umbenannt).

Der Onkel von Friedrich Franz I., Friedrich Herzog zu Mecklenburg (Schwerin), genannt der Fromme (1717- 1785), beauftragte 1758 den Hofbaumeister Johann Joachim Busch (1720-1802) mit der Planung eines neuen Schlosses anstelle des ehemaligen Jagdschlosses – Klenow. Hierbei sollte der angrenzende Schlosspark und das Stadtgebiet mit einbezogen werden. 1770 lag dieser Plan dem Herzog vor. Dieser begann allmählich den Sitz der Hauptresidenz von Schwerin nach Ludwigslust zu verlegen.

Nachdem bereits intensive bauliche Aktivitäten wie die Errichtung der Stadtkirche stattgefunden hatten, ließ Herzog Friedrich in den Jahren 1772 – 1776 das neue prächtige Residenzschloss erbauen. Es folgten Wohnhäuser, die Kaskade und die Anlage der ersten Straßen – aus dem kleinen Dorf – Klenow – wurde Ludwigslust.

Das alte Jagdschloss blieb noch ein Jahr direkt vor dem neuen Residenzbau bestehen und wurde 1777 abgetragen, die Seitenflügel das alten Schlosses blieben jedoch bis 1848/49 als Ökonomiebauten bestehen.

Meister

Johann Jakob II Bruglocher wurde 1678 in Augsburg geboren. 1710 heiratete er Ursula Scheel und wurde im gleichen Jahr Meister. Bruglocher gehörte in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu den von höfischen Auftraggebern bevorzugten Augsburger Meister. Er arbeitete u.a. für August den Starken in Dresden, für Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg , für Johann Ernst von Biron von Kurland, sowie die bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht und Maximillian III. Joseph.

Johann Jakob II Bruglocher selbst schreibt 1737 in einem Brief an den Rat, in dem er sich für seinen Sohn Johann Jakob III verwendet, dass er hauptsächlich durch auswärtige Aufträge das Renommee der Goldschmiedeprofession gefördert habe.