• Silberleuchter, Hannover 18. Jh.

Paar Silber, rechteckige Leuchter aus Hannover

Objektnummer: #721

Hannover, um 1773
Meister: Johann Georg Eckhardt

Beschauzeichen: Ein steigender Löwe in Renaissanceschild mit ausgeprägten Konturen über Lötigkeitsziffer 12 für Hannover Neustadt, nachweisbar von 1725 bis 1824 (von Rohr 1993: 7). Der Löwe war das Wappentier des Grafen von Rhoden, Limmer und Wunstorf, denen die Neustadt gehörte (Scheffler 1965: 715 & Nr. 1468).
Ältermannsbuchstabe: ein „ L“ für das Jahr um 1773 (Scheffler 1965: 715). Die Ältermannsbuchstaben wurden in Neustadt im Zeitraum 1725-1773 benutzt und wurden wohl nicht jährlich gewechselt (von Rohr 1993: 8).
Meisterzeichen: abgekürzter Name „Eckart“ in Rechteck für Johann Georg Eckhardt (Scheffler 1965: Nr. 1469)

Höhe: 21,6 cm (8,3 in); Gewicht: jeweils 515 gr

Detaillierte Informationen

Paar Silber, rechteckige Leuchter aus Hannover

Dieses Paar rechteckige Silberleuchter stellt ein sehr interessantes, strenges sowie schweres Objekt aus Hannover dar. Der Fuß hat eine oktogonale und gekehlte Form. Dieses dekorative Motiv wiederholt sich in zwei oberen Teilen des Schaftes. Der leicht glockenförmige, gewölbte, getriebene Fuß ist kantig in mehreren Stufen ausgeführt. Der Fußrand ist leicht profiliert und die Marken sind darauf gepunzt. Der Schaft hat eine Keulenform und ist durch Baluster verziert. Die baluster- und vasenförmige Tülle hat das gleiche, kantige Dekor. Bei diesem Paar Leuchter handelt es sich um einen streng geometrischen Typus des Hannover Rokoko.

Silber in Hannover

Silberschmiede in Hannover lassen sie sich seit 1310 nachweisen. Mit der Einführung der in Preußen üblichen Gewerbefreiheit im Jahr 1868 wurde das Goldschmiedeamt Hannover aufgelöst.
Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts orientierten sich die höfischen Zeremonien sowie die Silber- und Goldschmiedeproduktion an französischen Vorbildern.

Meister

Johann Georg Eckhardt ist 1736 geboren. Er hat am 13.10.1767 den Bürgereid leistet und ist offenbar damals Meister geworden. Im Jahr 1768 heiratete er die Witwe Anna Eleonor Grote. Er ist seit 1803 als Amtsvorsteher nachweisbar. Er ist am 07.12.1814 gestorben.
Viele Werke und insbesondere Tischleuchter und Tafelsilber von Eckhardt sind in vielen deutschen, öffentlichen und privaten, Sammlungen erhalten.

Literatur

Scheffler, W., 1965, Goldschmiede Niedersachsens: Daten – Werke – Zeichen, 2. Halbband, Aerzen-Hamburg, Berlin: De Gruyter
Von Rohr, Al., 1993, Edles Tafelgerät: Silber aus dem Historischen Museum Hannover, Historisches Museum Hannover