Mittelgrosse Augsburger Silberterrine mit Tablett, innen vergoldet

Objektnummer: #609

Augsburg, 1775-1777

Christian II. Drentwett

Beschauzeichen: Pyr mit Jahresbuchstabe „X“ für Augsburg 1775-1777 (Seling 2007, S. 52, Nr. 2470).

Meisterzeichen: „CD“ im Oval für Christian II. Drentwett (Seling 2007, S. 624 Nr. 2427).

Länge: 51 cm (20 in.), Gewicht 2.619 g.

Detaillierte Informationen

Mittelgrosse Augsburger Silberterrine mit Tablett, innen vergoldet

Die ovale, Rokoko Terrine mit vier Standfüßen und einem Tablett wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Christian II. Drentwett, einem Mitglied der bekannten Augsburger Goldschmiedefamilie, gefertigt. Der glatte, bauchige Korpus mit zwei durchbrochenen Rocaille-Henkeln steht auf vier ebenso durchbrochenen Rocaille-Füßen. Der gegossene Deckelknauf ist als Zitrone geformt. Um diese winden sich Blätter. Im Inneren sind Deckel und Korpus vergoldet.

Das Tablett ist in der Grundform oval. Die Fahne ist leicht passig und abgestuft. Der Spiegel ist relativ flach. An den beiden kurzen Seiten des Ovals sind Henkel im gleichen Stil wie am Korpus angebracht.

Die Terrine ist an der Unterseite gemarkt. Der Deckel und das Tablett tragen die Beschau- und Meistermarken jeweils am Rand.

Meister

Christian II. Drentwett, evangelisch, wurde 1729 als Sohn des Silberarbeiters Christian I. Drentwett geboren. 1754 wurde er Meister und heiratete zum ersten Mal. 1780 heiratete er zum zweiten Mal. Nur vier Jahre später wurde er für zwei Jahre Vorgeher. 1787-1796 hatte er das Amt des Geschaumeisters inne. Christian II. Drentwett starb 1801.

Christian II. Drentwett entstammt einer der wichtigsten und bekanntesten Silberschmiededynastien in Augsburg. Balduin Drentwett (1554-1627) gründete die Dynastie im 16. Jahrhundert. Die Drentwetts waren als Goldschmiede bis Ende des 18. Jahrhunderts tätig. Die verschiedenen Familienmitglieder waren zu ihrer Zeit an fast allen wichtigen Aufträgen für die europäischen Höfe und Kirchenmitglieder beteiligt. Christian II. Drentwetts Werke haben sich unter anderen im Metropolitan Museum of Art, New York, in der Wallace Collection, London sowie im Bayerischen Nationalmuseum, München erhalten sowie in Privatsammlungen.

Literatur

Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.

Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 2007.

Stadtarchiv Augsburg http://www.stadtarchiv.augsburg.de/index.php?id=17320 (zuletzt aufgeruden am 02.06.2017)