• Englische, silberne Teekanne, rund

Frühe englische, silberne, runde Teekanne

Objektnummer: #903

London 1727/8
Meister: Thomas Cooke II, Richard Gurney

Beschauzeichen: gekrönter Löwenkopf für London (Jackson 1921: 85)
Meisterzeichen: Monogramme „RG/TC“in einem geschweiften Schild für Richard Gurney und Thomas Cooke II (Grimwade 1990: Nr. 2324)
Kontrollmarke: Lion passant (Jackson 1921: 85)

Maße: Höhe: 10,5 cm (3,94 in.); Gewicht: 450 g.

Detaillierte Informationen

Frühe, englische, silberne, runde Teekanne

Auf rundem, profiliertem Standring erhebt sich die kugelige Kanne, deren Schulter gravierte geometrische und naturalistische Ornamente schmücken. Den flachen, mit einem Scharnier eingelassenen Deckel schmückt ein gegossener Balusterknauf. Der fast gerade Ausguss hat stark profilierte Ränder und der hochgezogene, ohrenförmige Holzhenkel steckt in kantig-runden Tüllenstegen.

Der Typ kugeliger Teekannen im Englischen Silber entwickelte sich nach der birnenförmigen Form und wird durch die sog. Boccaro oder Buccaro Tonwaren aus China beeinflusst. Der Name „Boccaro“ stammt aus dem Spanischen bzw. Portugiesischen und wird für Importe aus Mexico, Chile und Peru, aber auch für die chinesische rote und braune Yixing Tonwaren (späte Ming-Periode) verwendet.

Meister

Richard Gurney war Sohn des George Gurney aus Turrington. Er lernte seit 1717 bei Richard Bayley mit einer Vergütung von 10 Pounds. Er wurde 1724 Meister und hat seine Marke 1727 zusammen mit Thomas Cooke II eingetragen. Nach 1734 hatte er noch andere Marken registriert (s. Grimwade 1990: 530).
Thomas Cooke II war Sohn des John Cooke aus Warwick. Er lernte seit 1719 bei Richard Bayley mit einer Vergütung von 25 Guinee. Er wurde 1726 Meister und hat seine zweite Marke 1727 zusammen mit Richard Gurney als Partner eingetragen. Er hatte auch noch andere Marken registriert nach seiner Partnerschaft mit Gurney. Thomas Cooke II ist 1761 gestorben (s. Grimwade 1990: 470).

Literatur

Grimwade, Ar., London Goldsmiths 1697-1837. Their marks and lives from the original registers at Goldsmiths’ Hall and other sources, GB: Faber and Faber, 1990
Hernmarck, Carl, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, C.H. Beck Verlag: München, 1978
Jackson, Ch., J., English Goldsmiths and their marks, London: MacMillan and Co. Limited, 1921