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Englische, silberne Teedose

Objektnummer: #817

London 1713/14 (George I)
Meister: John Farnell

Beschauzeichen: Löwenkopf im Profil für London (Jackson 1921: 84)
Sterlingfeingehahlt: Gestalt der Britannia für das Britannia Standard (Jackson 1921: 84)
Jahresbuchstabe: „O“ mit Halbmond im spitzen Schild für 1713/4 (Jackson 1921: 84)
Meister: Monogramm „Fa“  im Herzschild für John Farnell (Grimwade3: Nr. 661)

Maße: Höhe: 13,5 cm (5,1 in.); Breite x Tiefe: 10 x 7 cm (3,9 x 2,8 in.); Gewicht: 230 g

Detaillierte Informationen

Englische, silberne Teedose

Die vorliegende silberne Teedose ist ein typisch englisches Objekt der George I Periode, frühes 18. Jahrhundert. Der Korpus hat eine facettierte, oktogonale Form mit einer getriebenen Basis und einer gewölbten Kappe. Die Wandung ist glatt, ohne Dekorationszierrat. Die senkrechten Wände sind am Fuß profiliert und an der Schulter etwa rund. Der zylindrische Hals hat eine gewölbte Verschlusskappe mit gegossenem Deckelknopf. Er dient auch als Teemaß. Zum Nachfüllen ist der Deckel seitlich verschiebbar.
Die Teedose ist aus der Periode des Britannia Standards (1697-1720) und ist also von einem sehr feinen Silberinhalt (95,84 % Silber). Die Punzen befinden sich unten sowie teilweise auf dem verschiebbaren Deckel.

Tee hatte sich im 17. Jahrhundert in Europa circa ab 1680 durchgesetzt. Die Notwendigkeit zur Aufbewahrung des Tees in einem dunklen und trocknen Gefäß, um sein Aroma zu binden, hat zur Entwicklung der schließenden Teedose geführt.
Die Teedosen wurden oft als Paar in England hergestellt, um den Grünen- und Schwarztee einzeln aufzubewahren.
Das Teetrinken wurde schon am Anfang des 18. Jahrhunderts als Zeremoniell betrachtet: Die Dame des Hauses bereitete selbst den Tee vor den Gästen vor. Daher hat die Teeequipage aus Silber eine wichtige, zeremonielle Rolle gespielt.
Rechteckige Teedosen wurden zumeist in England, Niederlande, Flandern und Dänemark hergestellt.
Dieser frühe Typus der Teedose ist auch auf dem Gemälde „A Family of Three at Tea“, wohl aus dem Maler Richard Collins, abgebildet (s. Victoria & Albert Museum).

Meister

John Farnell war Sohn des William Farnell aus Oakingham. Er hat seine Lehre bei Thomas Ash 1706 begonnen und ist 1714 Meister geworden.

Literatur

Grimwade, Ar., 1990, London Goldsmiths 1697-1837. Their marks and lives from the original registers at Goldsmiths’ Hall and other sources, GB: Faber and Faber [Grimwade3]
Gruber, Al., 1982, Gebrauchssilber des 16. bis 19. Jahrhunderts, Würzburg: Edition Popp
Jackson, Ch. J., 1911, An illustrated History of English Plate, ecclesiastical and secular in which the development of form and decoration in the Silver and Gold Work of the British Isles form the earliest known examples to the latest of the Georgian Period, Bd. II, Plauen i. Vogtl.: C.F. Schulz & Co.
Jackson, Ch., J., 1921, English Goldsmiths and their marks, London: MacMillan and Co. Limited
Schroder, T., 1988, English Domestic Silver, 1500-1900, London: Viking/The National Trust