Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine Kaffeekanne aus Hannover. Charakteristisch bei diesem Objekt ist die einfache Form, ohne Fuß. Der birnenförmige Korpus ist mit geraden, godronierten Zügen dekoriert. Der angesetzte, gegossene Ausguss hat auf der unteren Seite einen Zierrat. Der runde, klappbare, gewölbte Deckel ist geschweift und mit Godronen dekoriert. Er hat einen runden Knauf aus Holz mit einem silbernen, gegossenen, runden Endstück. Der kunstvolle Ohrenhenkel ist seitlich angebracht und hat eine Daumenauflage.
Im 17. Jahrhundert werden Kaffee, Tee und Kakao fast ausschließlich als Medizin von Ärzten verschrieben und in Apotheken gehandelt. Diese drei, neuen Heißgetränke hatten aber bereits Anfang des 18. Jahrhunderts Europa – durch die europäischen Höfe und das Bürgertum – erobert.
Goldschmiede in Hannover lassen sie sich seit 1310 nachweisen. Mit der Einführung der in Preußen üblichen Gewerbefreiheit im Jahr 1868 wurde das Goldschmiedeamt Hannover aufgelöst.
Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts orientierten sich die höfischen Zeremonien sowie die Silber- und Goldschmiedeproduktion an französischen Vorbildern.
Meister: Johann Andreas Beckedorff stammte aus Hannover und hat 1732 als Goldschmied den Bürgereid geleistet. Im gleichen Jahr heiratete er Rosina Elisabeth Köster. Er siedelte in die Neustadt über und bezahlte 1735/36 dort für sich und seine Frau das Bürgergeld (Scheffler 1965: 731/SN 40).
Literatur:
Scheffler, W., 1965, Goldschmiede Niedersachsens: Daten – Werke – Zeichen, 2. Halbband, Hameln-Zellerfeld, Berlin: De Gruyter
Von Rohr, Al., 1993, Edles Tafelgerät: Silber aus dem Historischen Museum Hannover, Historisches Museum Hannover