Kaffeekanne, Silber

Objektnummer: #512

Hannover, 1743
Johann Jobst Soehlcke (Senior)

Beschauzeichen: Kleeblatt mit Lötigkeitsziffer „12“ für das Jahr 1743 (Scheffler 1965, Nr. 1380)
Meisterzeichen: „JB“ im geschweiften Schild für Johann Jobst Soehlcke (1700-1771) (Senior) (Scheffler 1965, Nr. 1380

Bilder

Detaillierte Informationen

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine Kaffeekanne aus Hannover. Sehr charakteristisch für dieses Objekt ist die Ausführung ohne Fuß. Der Korpus ist gebaucht und birnenförmig und dessen Wandung ist glatt und ohne Zierrate. Der angesetzte, gegossene Ausguss hat auf der unteren Seite zwei Knoten. Der runde, klappbare, leicht gewölbte Deckel ist mit zwei Ringen profiliert und hat einen gegossenen, runden Knauf. Der Ohrenhenkel ist seitlich angebracht und hat eine Daumenauflage.

Im 17. Jahrhundert werden Kaffee, Tee und Kakao fast ausschließlich als Medizin von Ärzten verschrieben und in Apotheken gehandelt. Diese drei, neuen Heißgetränke hatten aber bereits Anfang des 18. Jahrhunderts Europa – durch die europäischen Höfe und das Bürgertum – erobert.

Goldschmiede in Hannover lassen sie sich seit 1310 nachweisen. Mit der Einführung der in Preußen üblichen Gewerbefreiheit im Jahr 1868 wurde das Goldschmiedeamt Hannover aufgelöst.
Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts orientierten sich die höfischen Zeremonien sowie die Silber- und Goldschmiedeproduktion an französischen Vorbildern.

Meister: Johann Jobst Soehlcke (Senior) kam aus Hammeln und wurde 1700 geboren. Er leistete als Goldschmied im Jahr 1736 den Bürgereid und heiratete Sophie Magdalena Jünger. Er ist 1768 als Meister erwähnt. Im Jahr 1771 ist er gestorben.
Sein Sohn Johann Jacob Soehlcke (Jun.) ist auch als Goldschmied erwähnt (Scheffler 1965: Nr. 1382, SN 42, S. 731).

Eine Kaffeekanne vom Johann Jobst Soehlcke mit ähnlicher Form und Ähnlichkeiten bei der Ausführung und bei dem Henkel mit der vorliegenden Kanne ist im Historischen Museum Hannover zu sehen (VM 17767; vgl. Von Rohr 1993: Abb. auf der S. 35).

Literatur:
Scheffler, W., 1965, Goldschmiede Niedersachsens: Daten – Werke – Zeichen, 2. Halbband, Hameln-Zellerfeld, Berlin: De Gruyter
Von Rohr, Al., 1993, Edles Tafelgerät: Silber aus dem Historischen Museum Hannover, Historisches Museum Hannover