Feiner Taufbecher (Patenbecher) Silber, vergoldet

Objektnummer  286

BZ Ulm um 1700

MZ Caspar Mayer, Rosenberg Nr. 4739, 4796).

H 7,7 cm, Gewicht 87 g.

Detaillierte Informationen

Schöner Konischer Becher auf flachem Standring; die Wandung mit feiner Schlangenhautpunzierung. Vergoldung original.

Unter dem Lippenrand gravierte Widmungsinschrift

“Ao. 1702. d: 7. Aprill nachts umb i2 uhr ward zu Albeckh Gebohren Maria Magdalena Baldingeren, dero wünschet ihr Gevatter Hans Vlrich Baldinger. leben und Seegen.”

Unterseitig das Wappen der Ulmer Patrizierfamilie Baldinger

Hans Ulrich Baldinger (1630–1707) war von 1689 bis 1707 Ulmer Bürgermeister. Rosenberg erwähnt unseren Becher, allerdings datiert 1703, in der Sammlung Major v. Baldinger in Stuttgart, 1891.

Vgl. einen Patenbecher Mayers, abgebildet im Kat. Goldschmiedekunst in Ulm, Ulm 1990, Nr. 54.

Das Patenamt entwickelte sich bereits in der alten Kirche. Erste Belege finden sich bei dem Kirchenschriftsteller Tertullian. Die Paten begleiteten die erwachsenen Taufbewerber (Katechumenen) in der Taufvorbereitung und bürgten für die Ernsthaftigkeit ihres Taufbegehrens, bei Täuflingen im Kindesalter verbürgten sie deren christliche Erziehung.[1]
Daraus entwickelte sich die heutige Bedeutung des kirchlichen Patenamts. Als Taufzeugen belegen sie im Zweifelsfall den Vollzug der Taufe. Paten nehmen gegenüber dem Täufling in besonderer Weise die Verantwortung der christlichen Gemeinde wahr, die Getauften zum christlichen Glauben zu führen. Sie sollen für den Täufling beten und ihm durch Wort und Vorbild helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden. Paten werden meist von den Eltern benannt und von der Kirche beauftrag