• Henkelschale Schalngenhautdekor, Silbervergoldet

Silber vergoldete Augsburger Henkelschale

Objektnummer: #123

Augsburg, ca. 1655-1660

Gregor Leider

Beschauzeichen: Ein Pyr für Augsburg 1655-1660 (Seling 1980, S. 21, Nr. 93)

Meisterzeichen: „GL“ ineinander verschlungen, im Oval für Gregor Leider (Seling 2007 S. 243f, Nr. 1399)

Durchmesser: 7,7 cm, Höhe: 3,2 cm, Gewicht: 61 g.

Detaillierte Informationen

Silber vergoldete Augsburger Henkelschale

Die vorliegende Henkelschale ist Silber vergoldet. An der äußeren Wandung ist im mittleren Bereich ein schöner Schlangenhautdekor angebracht. Nach oben und unten hin ist dieser mit einem Ring zum glattbelassenen Bereich der Außenwandung abgegrenzt. Die zwei gegossenen Griffe sind horizontal knapp unter dem Rand angesetzt. Auf der Höhe der Griffe ist ein umlaufender Doppelring zu sehen. Im Inneren ist die Schale glatt belassen.

Augsburg

Die Stadt Augsburg galt während des 16. bis 19. Jahrhunderts neben Nürnberg als wichtigste Städte in Deutschland für Goldschmiedekunst. Die Höfe Europas, sowie Kirchen, Synagogen, Städte, reiche Bürger und Zünfte zählten zu den Kunden der Augsburger Gold- und Silberschmiede. Diese führten Aufträge jeder Größe und Art auf einem außerordentlich hohen künstlerischen Niveau aus, so dass die Augsburger Arbeiten in ganz Europa geschätzt waren. Heute genießen Augsburger Silber- und Goldobjekte einen prominenten Platz in öffentlichen und privaten Sammlungen auf der ganzen Welt.

Meister

Gregor Leider, um 1590 in Klagefurt geboren. 1624 bewarb er sich für das Meisterrecht, 1625 heiratete er. Er bekleidete das Amt des Geschaumeisters in den Jahren 1635 und 1637-39. Vorgeher der Zunft war er von 1638-44 sowie 1647-49 und 1655-57. Außerdem war er Mitglied des Großen Rates. Im Jahr 1673 starb er. Werke von Gregor Leider befinden sich heute unter anderem in Privat- sowie in Kirchenbesitz.

Literatur

Karl Hernmarck: Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450-1830, München 1978.

Marc Rosenberg: Der Goldschmiede Merkzeichen (Band 4): Ausland und Byzanz, Frankfurt  am Main 1928 (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/rosenberg1928bd4, zuletzt aufgerufen am 17.07.2017).

Helmut Seling: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529 – 1868. Meister Marken Werke, München 1980 und 2007.

Kurt F. Viermetz (Hg): Glückliche Momente. Neuerwerbungen 2001–2015, Augsburg 12016.