• Englische Kaffeekanne Britannia Standard London

Frühe Silber, Englische Oktogonale Kaffeekanne

Objektnummer: #905

London 1716/7
Meister: Humphrey Payne

Beschauzeichen: Gestalt der Britannia (Jackson 1921: 84)
Meisterzeichen: Initialen „Pa“ unten einem Baum in einem geschweiften Schild für Humphrey Payne (Grimwade 1990, Nr. 2117)
Kontrollmarke: Löwenkopf im Profil der Britannia Standard Periode (Jackson 1921: 84)
Jahreszahl: „A“ im geschweiften Schild für 1716/7 (Jackson 1921: 85)
Gravur: Wappen

Maße: Höhe: 23 cm (9,05 in.); Gewicht: 630 g.

Detaillierte Informationen

Frühe Silber, Englische Oktogonale Kaffeekanne

Die Kanne von schlanker Form hat eine oktogonal gebrochene Wandung, die ein graviertes Wappen im sorgfältig dekorierten Rahmen trägt. Die S-förmige Tülle endet in einem Schnabelausguss und steht im rechten Winkel zum Henkel. Den achteckigen hochgewölbten Deckel schmückt ein gegossener Balusterknauf. Ein sehr schöne, und geometrische Kanne von zeitloser Eleganz.

Kaffee und Tee waren seit dem 16. Jahrhundert reisenden Europäern bekannt. Diese warmen Getränke eroberten den Kontinent im 17. Jahrhundert. Erst wurden sie als medizinische Mittel in den Apotheken verkauft und als Heilungsmittel getrunken. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde Kaffee immer öfter allein für den Genuss und die Wirkung auf die Wachheit und Aufmerksamkeit des Körpers und des Geistes konsumiert.

Die Form der ersten Kaffeekannen in England war aus dem Orient beeinflusst. Frühe englische Kaffeekannen hatten deswegen einen konischen Deckel mit spitziger Endung. Im frühen 18. Jahrhundert gewann der Deckel eine Wölbung. Die Stilentwicklung der Periode 1710-20 gab den Kannen eine achteckige, sehr elegante, Form.

Die vorliegende Kanne in Britannia Standard Silber (also mit einem Silberanteil von 95,84 %) entspricht dem Stil dieser frühen Periode.

Meister

Humphrey Payne war Sohn von Nicholas Payne aus Ludlow und lernte seit 1694 bei Thomas Parr. 1701 wurde er Meister. Humphrey Payne war ein erfolgreicher Silberschmied, der meistens Objekte wie Kaffee- und Teekannen, Humpen, usw. schuf. Er starb am gleichen Tag wie der bekannte Silberschmied Paul De Lamerie, am 2. August 1751 (s. Grimwade 1990: 616).

Literatur

Grimwade, Ar., London Goldsmiths 1697-1837. Their marks and lives from the original registers at Goldsmiths’ Hall and other sources, GB: Faber and Faber, 1990 [Grimwade3]
Hernmarck, Carl, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, C.H. Beck Verlag: München, 1978
Jackson, Ch., J., English Goldsmiths and their marks, London: MacMillan and Co. Limited, 1921