• Silberlöffel schlesisch Breslau 18. Jhs.

Schlesischer Silberlöffel der Barockzeit

Objektnummer: #305

Breslau ca. 1709-10

Gottfried Ihme

Beschauzeichen: Johanneskopf in einem Runden für Breslau, Typus III, c. 1709-10 (s. Hintze T. II., Nr. 10)

Meisterzeichen: „GI“ im Schild für Gottfried Ihme (s. Hintze, T. IV, Nr. 117).

Länge: 19,5 cm; Gewicht: ca. 55 g.

Detaillierte Informationen

Schlesischer Silberlöffel der Barockzeit

Der Löffel hat eine runde, tiefe Laffe, die breit gegen den sechskantigen und abgeflachten Stiel heraufzieht. Der Stiel trägt oben als Knauf und unten am Stiel je eine doppelseitige, reliefierte Beschlagwerkkartusche mit einem Köpfchen in der Mitte (Cherubkopf). Der Löffel hat Reste von Vergoldung. Die Marken sind auf der Rückseite der Laffe ligiert.

Dieser Löffeltypus wird bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts produziert und folgt Vorbilder der späten Renaissance. Vgl. Gündel, 1942, T. 66 und Germanisches Nationalmuseum, 1990, Kat.-Nr. 67 und 68.

Für einen ähnlichen, Breslauer Silberlöffel aus unseren Sammlungen s. hier.

Meister

Gottfried Ihme, Goldschmied, wurde in Breslau 1691 Bürger und Meister. Im gleichen Jahr heiratete er Rosina, die Tochter des verstorbenen Riemers Gottfried Francke. Ihme war seit 1725 Zunftältester und starb am 24. Mai 1737. Hintze erwähnt mehrere Werke von Ihme, darunter zwei Löffel (s. Hintze 1906, S. 94-5).

Literatur

Gündel, Christian, Die Goldschmiedekunst in Breslau, Berlin: Steiniger, 1942.

Hintze, Erwin, Die Breslauer Goldschmiede: Eine archivalische Studie, hrsg. vom Verein für das Museum Schlesischer Altertümer, Breslau: Kommissionsverlag von Karl W. Hiersemann in Leipzig, 1906.

Germanisches Nationalmuseum/Pechstein, Klaus, Effmert, Viola (eds.), Schlesische Goldschmiedearbeiten im Germanischen Nationalmuseum, Nurnberg: Germanisches Nationalmuseum, 1990.