Satz von sieben Strassburger Silbertellern

Objektnummer: #123

Straßburg, um 1779
Jacques-Henri Alberti

Beschauzeichen: eine bekrönte “13” für Straßburg, 13-lötiges Silber, Periode 1750-96 (s. Tardy 1975)

Meisterzeichen: Namenszug „ALBERTI“ für Jacques-Henri Alberti, Meister 1764, noch tätig 1780  (s. Tardy 1975)

Durchmesser: 35 cm (13,8 in.); 29,5 cm (11,6 in.); 27,5 cm (10,8 in.) Gewicht: zusammen 6.006 g.

Detaillierte Informationen

Satz von sieben Strassburger Silbertellern

Der vorliegende Satz von sieben Straßburger Silbertellern besteht aus einem großen Teller mit sechs Bögen, zwei Mittleren und vier Kleineren mit jeweils fünf Bögen. Die Fahnen sind flach, geschweift und mit einem schlichten Kordelrand versehen. Weiteres auffälliges Dekor besitzt das Tafelgerät nicht. Der Spiegel ist etwas vertieft und ebenfalls ohne jegliche Verzierung.

Die Marken sind bei allen Tellern auf der Unterseite anzufinden. Das bekrönte D beschreibt, nach Tardy: Les poinçons de garantie internationaux pour l’argent, das Herstellungsjahr 1779. Das Beschauzeichen Straßburgs, eine mit einer Lilie bekrönte 13, bestätigt das 13-lötige Silber. Eine typische Legierung im 18. Jahrhundert in Straßburg.

Die Strassburger Teller sind Objekte des täglichen Gebrauchs und haben dadurch ihren ganz eigenen Charme. Diese Kunstgegenstände, die ursprünglich für den Gebrauch hergestellt worden und auch heute noch nutzbar sind, stellen einen besonderen eleganten Satz dar. Die Straßburger Teller gehörten zu einem einheitlichen Tafelservice.

Meister

Jacques-Henri Alberti ist 1730 in Bärenthal, bei Niederbronn im heutigen Frankreich, geboren. Von 1756 bis 1764 absolvierte er eine Lehre bei dem bedeutenden Strassburger Silberschmied Jean-Louis Imlin III an und wurde 1764 schließlich Meister. Er heiratete die Nichte seines Meisters, Catherine-Salomé Emmerich, im Jahr 1765. Zusammen mit Jean-Louis Imlin hat Alberti 1768 das Tafelsilber von Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach (1721-1794) hergestellt. Nach dem Tod Imlins hat Alberti die Leitung dessen Werkstatt von 1768 bis 1781 übernommen. Er ist im Jahr 1795 gestorben.

Zusammen mit Imlin, Kirstein und Oertel, gehörte Alberti zu den wichtigsten Vertretern des „straßburgischen Vermeil“. Objekte von Alberti sind in den Kunstwerbemuseen in Straßburg, in Colmar, in Paris, im Kurpfälzischen Museum Heidelberg und in privaten Sammlungen erhalten.

Ausgewählte Literatur

Tardy: Les poinçons de garantie internationaux pour l’argent. suivi d’une étude de W. van Dievoet sur les poinçons européens de la Révolution et de l’Empire. 17e Edition. 1987 Paris.

Martin, É. & Pesneaud-Antheaume, A.-Cl.: Deux siècles d’orfèvrerie à Strasbourg. XVIIIe-XIXe siècles dans les collections du musée des Arts décoratifs, Strasbourg 2004: les musées de Strasbourg