• Nürnberger Salzgefäß Silber, Stadtansichten

Salzgefäß mit drei Stadtansichten, Silber, teilweise vergoldet

Objektnummer #

Nürnberg, ca. 1685/9

Heinrich Gottfried Anton Hammon

Meister: „HH“ligiert mit Sterm für Heinrich Gottfried Anton Hammon (auch Hammond und Hemmon) (Nürnberger Godlschmiedekunst Nr. 311)

Höhe: 10 cm; Gewicht: 120 gr.

Detaillierte Informationen

Nürnberger Salzgefäß mit drei Stadtansichten, Silber, teilweise vergoldet

Das vorliegende Salzgefäß, Silber, teilweise vergoldet, ist ein besonderes Beispiel des Barocks in Süddeutschland. Auf einem wellig gestalteten Ring erhebt sich der sehr kunstvoll getriebene Fuß. Dieser ist geschmückt mit drei Medaillons, die detaillierten Stadtansichten zeigen. Diese sind in weißem Silber belassen. Dazwischen ein Dekor typisch für Nürnberg und diesem Meister mit Blumen und Früchten. Der vergoldete Hals ist glatt belassen und die tiefe Mulde ist mit stilisierten Akanthusblättern dekoriert und von dem Hals mit einem geschweiften Ring abgegrenzt. Die Wahl dieses Dekors sowie die feine Ausarbeitung zeugen für eine sichere Ausführung.

Im Zeitalter des Barocks nimmt das Interesse an der Landschaftsmalerei zu. Auch bei Silberobjekten wie z.B. bei Trinkgefäßen des 17. Jahrhunderts finden wir sehr oft Architekturlandschaften und Stadtansichten. Diese haben sich der künstlerischen Entwicklung der Malerei angepasst.

Salz und Salzgefäße aus Silber

Dank der überragenden Bedeutung des Salzes für die Ernährung und die Konservierung von Nahrungsmitteln wurde eine „Salzkultur“seit dem Mittelalter entwickelt. Salzgefäße waren sehr oft aus Silber angefertigt. Bei dem Tafelsilber Ensemble hatte das Salz eine besondere zeremonielle Bedeutung. Die großen Salzgefäße verwand man am Tisch zur Verteilung in kleineren Gefäßen, welche fürdie Mahlgäste versehen waren.

Aus dem Lesen des Neuen Testaments kann man schon die Bedeutung des Salzes verstehen, wenn Jesus zu den Aposteln sagt: „Ihr seid das Salz der Erde“(Matth. 5,13). Auch wenn Salz das Gewürz par excellenceseit jeher war, wurde es im Mittelalter und Renaissance weiderholt besteuert. Dieser gab oft den Grund, die Bevölkerung inAufruhr zu bringen.

Insbesondere in Deutschland entwickelten sich unterschiedliche Sitten und Gebräuche um das Salz. Salz reichte man Neuvermählten, man empfing mit Salz und Brot den Erstgeborenen nach der Taufe und als Willkommensgruß überreichte man Salz und Brot dem Besucher.

Meister

Heinrich Gottfried Anton Hammon wurde 1656 geboren. Er hat 1667-1673 eine Lehre bei Thomas Ringler gemacht und wurde 1684 Meister. 1701-1705 war er Geschworener, seit 1696 Genannter des Größeren Rates und seit 1709 Ratsherr. Zusammen mit Christoph Marx und Johann Conrad Romedi gründete Hammon1712 die Nürnberger Fayencemanufaktur, stieg aber drei Jahre später aus dem Unternehmen aus. Hammon hatte eine sehr produktive Werkstatt und unter seinen Kunden war auch der NürnbergerRat. Er starb 1723. Zwei Objekte des Meisters (ein Kugelfußbecher und ein Hausmalerkrug mit Silberfassung) sind heute im Germanischen Nationalmuseum erhalten.