• silber Englisches Tablett, London 18. Jh.

Feines Silber, Rokoko Englisches Tablett auf drei Huffüßchen

Objektnummer: #406

London, 1735/6
Francis Nelme

Beschauzeichen: gekrönter Löwenkopf (Jackson 1921: 85)
Meisterzeichen: Initial „N“ in geschweiften Schild für Francis Nelme (Griwmwade 1990 Nr. 67)
Kontrollmarke: Lion passant (Jackson 1921: 85)
Jahreszahl: „V“ für 1735/6 (Jackson 1921: 85)
Gravur: zeitgenössisches Wappen

Detaillierte Informationen

Feines Silber, Rokoko Englisches Tablett fuf drei Huffüßchen

Das vorliegende Silber, englisches Tablett hat eine interessante Rokoko Form und steht auf drei gegossenen, großen Huffüßchen. Der Rand ist mehrfach profiliert, geschweift und wellig gestaltet. Mittig im Spiegel ein sehr schön ausgeführtes, graviertes Wappen in elaborierter Kartusche von Rocaillen, Blumen und wunderschönem, naturalistischem Dekor mit fliegenden Insekten.

Tablett aus Silber

Entsprechend einer alten Tischkultur wurden die Speisen für bedeutende Personen und Gäste mittels einer Anbietplatte serviert. Dieser Präsentierteller war der Vorfahr aller späteren Stücke dieses Genres. Tabletts wie Tazzen wurden in Frankreich für das Zeremoniell des „levée“ verwendet sowie als Accessoire eines Toilettenservices. In England wurden auch solche Gegenstände als Teil des Tafelsilbers benutzt. Man hat solche Tabletts auch für das Überreichen von Briefen verwendet.
Die oft glatte Oberfläche der Tabletts eignete sich für das Anbringen von Gravierungen, besonders von Wappen. Die Tabletts wurden während des 18. Jahrhunderts in unterschiedliche Formen – oval, sechs- oder achteckig, usw. hergestellt.

Meister

Francis Nelme war Sohn des Bürgers und Goldschmiedes Anthony Nelme aus London. Er lernte seit 1712 bei seinem Vater und wurde 1719 Meister. Er hat seine erste Marke um 1723 wahrscheinlich unter dieser seines Vaters eingetragen.
Ein sehr schönes und von ungewöhnlicher Form Tablett von Francis Nelme ist in der Rosalinde and Arthur Gilbert Collection, als Dauerleihgabe in Victora and Albert Museum, London

Literatur

Grimwade, Ar., London Goldsmiths 1697-1837. Their marks and lives from the original registers at Goldsmiths’ Hall and other sources, GB: Faber and Faber, 1990 [Grimwade3]
Hernmarck, Carl, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, C.H. Beck Verlag: München, 1978
Jackson, Ch., J., English Goldsmiths and their marks, London: MacMillan and Co. Limited, 1921