EIN WICHTIGER SETZ- ODER STAPELBECHER DER RENAISSANCE; SILBER; TEILWEISE VERGOLDET

Objektnummer : 242

Meister: PETER MILLER,

ULM, 1555-1572

7,8 cm hoch

3 Unzen. 10 dwt. (110 gr.) Gewicht

Lit. Meisterzeichen siehe  E. Maus  Goldschmiedekunst in Ulm, Ulm, 1990, Nr. 5, S. 26  und Mark Rosenberg (Der Goldschmiede Merkseichen, Bd. 3, S. 346, Nr. 4761)

Ein ähnlicher Setzbecher des gleichen Meisters wird in der Sammlung C. Thewald, Köln 1883 nachgewiesen.l

Prov: SAMMLUNG ROBERT G. VATER

Detaillierte Informationen

Zylindrischer Becher auf gespreiztem Fuß, der schlichte Körper mit geätztem Riemchenband über geformter Rippe

Dieser Bechertyp mit seiner markanten Wölbung, um das Stapeln der Becher zu ermöglichen und ein zu tiefes Verrutschen zu verhindern, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts besonders beliebt und umfasste bis zu 6 bis 12 Teile.

Häufe- oder Satzbecher, Silber, teilweise  vergoldet um 1600. Der zylindrische Becher hat eine angemessene Höhe. Sein Korpus ist über einem runden, leicht gewölbten  Fuß aufgesteckt.  Der obere Teil des Korpus ist mit einem Maureskenfries verziert.

Der Meister hat für die Dekoration der Kuppa und des Fußes sehr wahrscheinlich Vorlagebücher verwendet. Mit Blick auf diese Annahme kommen verschiedene Vorlagebücher von sehr bekannten Kupferstechern des 16. Jahrhunderts in Betracht.  Während des 16. Jahrhunderts  – und insbesondere in Verbindung mit der Musterung der Mauresken– waren solche Motive der Griechen und Römer sehr verbreitet.

Die dargestellten Maureskendekorationen sind sowohl ein Zeichen meisterhaften Könnens als auch einer sorgfältigen und detailreichen Herstellung des Bechers.