• silber vergoldeter Eierbecher, Augsburg 18. Jh.

Silber vergoldeter Eierbecher (Doppeleierbecher) mit schönem, blumigem Régence Dekor

Objektnummer: #242

Augsburg 1734/36

Johann Jakob I. Schoap

Stadtzeichen: ein „pyr“ für Augsburg, Periode 1734/36 (Seling 2007, Nr. 1740)

Meisterzeichen: „IIS“ in rechteckigem Schild für Johann Jakob I. Schoap (Seling 1980, Nr. 1815)

Provenienz: Sammlung Dr. Seling, München

Höhe: 4 cm; Gewicht: 50 g.

Detaillierte Informationen

Silber vergoldeter Eierbecher (Doppeleierbecher) mit schönem, blumigem Régence Dekor

Der vorliegende Eierbecher entspricht einem Gefässtypus, der im 18. Jahrhundert sehr beliebt war. Er kann nämlich das Ei sowohl stehend als auch liegend aufnehmen. Beide Seiten des Bechers sind mit schönem, blumigem Dekor der Régence ziseliert (mit sehr tiefen, geprägten Strichen) und punziert. Der verbindende Schaft ist kurz. Die Marken sind innerhalb des Dekors ligiert.

Während der Mahlzeiten wurden auch Eier verzehrt, so wurde ein Eiergefäß entwickelt, um dem luxuriösen Charakter des Tischsilbers zu entsprechen. Um das Ei anzubieten, gab es zwei Möglichkeiten: Das Ei in ein eiförmig gemuldetes Schiffchen zu legen (älteste Variante). Solche Eierbecher sind, besonders im 18. Jahrhundert auch in den Toilettennecessairen aus Augsburg und Straßburg zu finden. In Frankreich und den anderen romanischen Ländern wurde das Ei in den Eierbecher gestellt. Die deutschen Fürstenhöfe des 18. Jahrhunderts übernahmen beide Formen des Eierbechers. Viele Stücke kombinieren schließlich beide Typen: Fuß wie Schale können das Ei aufnehmen, das einmal steht, das andere Mal liegt (Doppeleierbecher).

Meister

Johann Jakob I. Schoap war Sohn des Goldschmiedes Johann Marx und wurde um 1697 geboren. Meister wurde er 1725 und 1774 starb er. S. seine Werke in Claus Overzier, Deutsches Silber: Formen und Typen 1550-1850, Frontispiz und Abb. 22.

Provenienz: Sammlung Dr. Seling, München.

Literatur

Gruber, Al., 1982, Gebrauchssilber des 16. bis 19. Jahrhunderts, Würzburg: Edition Popp

Seling, H., 1980-2007, Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529-1868, Bd. I-III, München: Beck Verlag