Diamantpokal in Herzform silber vergoldet

Objektnummer: #308

MARKEN : Stadtmarke « N » für Nürnberg um 1620 (Lit.s. M. Rosenberg
Bd. III Nr. 3761 ).
MEISTER : „IP“ im Schild für Jobst Planck (Lit.s. M. Rosenberg Nr. 4143,

Höhe: 40,5 cm, Gewicht ca.: 750 g.

Detaillierte Informationen

Lit.s. J.M.C. Valdovinos, „Plateria Europea en Espana (1300-1700)“, 1997, S. 340, Abb. 102.

ovale, flachgewölbte Fußplatte mit Zungenornament. Darauf ein erhöhter, oben diamantiertes – kugelig – ovales, verdicktes Mittelteil. Dünner röhrenförmiger Schaft, der mit Blatt und Volutenspangen besetzt ist, und mit Blattwerk die Kuppaspitze aufnimmt.
Kuppa und Deckel bilden zusammen die Form eines Herzens, dessen Oberfläche mit getriebenen Diamantbuckeln bedeckt ist. Den Deckel ziert am Rand ein filigraner Lilienfries. Als Bekrönung ein geschnittener „Schmeck“.

AUSSTELLUNG : „Madrid, Funacion Central Hispano, Plateria Europea
En Espana (1300 – 1700 ) “ 15.10. – 14.12.1997, Nr. 102.

Ähnliche Pokale –allerdings hier auch “Ananas – oder Erdbeerpokale“ genannt sind in “Goldschmiedearbeiten in Nürnberg 1500-1700“ in der Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg vom 28.6. – 15.9.1985 – aufgeführt.

Objekte mit Diamantdekor in der Goldschmiedekunst greifen ihre Inspiration auf die Architektur zurück. In der Renaissance wurde beispielsweise in Italien eine Art von Quadern in der Rustizierung, der Diamantquader, verwendet. Die Oberfläche der Quader ist bei einer quadratischen Ansichtsfläche wie ein halbiertes Oktaeder gebildet. Bei rechteckiger Form entsteht in der Mitte eine Kante, die flach oder stark heraustritt. Der Name kommt aus der Ähnlichkeit mit geschliffenen Diamanten, die in vierflächiger Pyramidenform geschliffen werden.

B I O G R A P H I E : Jobst Planck aus Eger/Böhmen, Bürgerrechtszusage 13.6.1609, Meisterprüfung 19.5.1611. Heirat in Augsburg mit Maria Endres am 10.1.1611. In seinem Todesjahr 1631 war Planck derart hoch verschuldet, das sein Haus
zwangsversteigert wurde. Jobst Planck fertigte eine Anzahl von Buckelpokalen, daneben auch Herzpokale und Humpen, die er mit Diamantbuckeln verzierte.
Einige seiner Arbeiten befinden sich in großen Museen wie das Viktoria und Albert Museum in London oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg.